Freitag, 24. November 2017

Rähm und Strebe

Ob zufällig oder absichtlich, Sie sind hier mitten in ein Arbeitstagebuch aus der Welt der Sprachen hineingeraten. Ich dolmetsche und übersetze, überwiegend aus der französischen und auch ein wenig aus der englischen Sprache. Dol­met­scher und Übersetzer kommen schön rum, räumlich und thematisch.

Fachwerk mit diversen Arten der Ausfachungen und des Putzes
Wandaufbau historisches Fachwerkhaus
Sehr gerne dolmetsche ich auf dem Bau. Das können Neu- und Umbauten sein, die Kunden sind Handwerker selbst, Bau­her­ren und -da­men, In­nen­ar­chi­tek­ten und Set­de­sig­ne­rin­nen beim Film. Vor dem Ein­satz liegt jedes Mal die Er­wei­te­rung des Fach­vo­ka­bu­lars.
Wie schön, dass wir heute mit Bil­der­su­che re­cher­chi­eren kön­nen.

Vokabeln wie Wandstrebe und Eckständer, Rähm und Strebe, Riegel, Balken und Saumschwelle werden von Bauredakteur.de Dominik Hochwarth erklärt. Ich suche mir auch noch aus anderen Quellen Entsprechungen für das, was auf Französisch ei­ne gro­ße Grafikseite füllt.

Illustration mit Fachbegriffen
Zum Vergrößern in einem zweiten Fenster laden
Weitere gute Fundstellen: Fachwerk.de (mit Lexikon), Fachwerkhaus.de (mit Details über die Sanierung),  Derselbermacher.de (mit einer Grafik über Fachwerk) und der Baubeaver.de, Samuel Schneider, ein ausgelernter Zimmerer, der das Publikum dazu an­re­gen möchte, sach- und fach­ge­recht selbst tätig zu wer­den (Grundwissen Fach­werk).




Französische Quellen: Meine Bibel, das Bildwörterbuch "Dicobat visuel", hier zur Ansicht ein herunterladbares PDF-Beispiel. Für den historischen Ansatz: Dic­tion­nai­re raisonné de l’architecture française du XIe au XVIe siècle und im Saône-Tal: Types de constructions/colombage.

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Illustrationen: C.E., Sebastian Wallroth

Donnerstag, 23. November 2017

Unclever-gefunden.de

Hello, bonjour und guten Tag! Hier berichtet eine Konferenzdolmetscherin für die französische Sprache über ihren Arbeitsalltag. Außerdem arbeite ich für Pri­vat­kun­den und europäische Betriebsratssitzungen, bei Delegations- und Stu­dien­rei­sen, für TV und Radio, im Kino und bei Festivals.

Und jetzt kommt eine Nachricht infolge einer Werbe­botschaft: Hallo die Damen und Herren von www.clever-gefunden.de, wenn Sie mich noch einmal mit einem Werbeanruf behelligen, geht der Vorgang an meinen Anwalt. Kalt­akquise dieser Art ist in Deutschland aus guten Gründen verboten.

Und nein, mein Netzwerk und ich haben keine Werbung nötig, wir und ich haben genug zu tun, zumal Sie ja wirklich einen Witz anbieten: Ein kostenpflichtiges Han­dels­verz­eich­nis, wo doch das ganze Weltweite schon eine Art Han­­dels­­ver­­zeich­­nis ist. Ehrlich, ver*rschen kann ick mir alleene.

Und Sie sind auch nicht die Firma Google, das können Ihre Mitarbeiter so elegant und so wenig justiziabel wie möglich anklingen lassen.

Une gargouille de Viollet-le-Duc
Ich falle auf Ihre höchst kri­mi­nelle Masche nicht rein, dass die bislang kostenfreie Auflistung meiner Daten beim weltbe­rühmten digitalen Was­ser­speier kosten­pflichtig wird. Gar­goyle bleibt Gar­goyle, mit allen Vor- und Nachteilen, die gemein bekannt sind.

Auch weitere Nachfragen verbitte ich mir und zitiere dabei Pär Ström, Autor und IT-Unternehmensberater: "Es gibt tausend­undeinen Grund, warum ein Mensch bestimmte Einzel­heiten seiner Privat­sphäre nicht offenbaren will, und es besteht nicht die geringste Pflicht, dies auch noch begründen zu müssen. Es reicht, dass man es nicht will."

Und es würde ausreichen, wenn Sie sich einfach an die Gesetz­gebung halten wür­den, denn Kalt­akquise ... siehe oben.

Hier mehr zu dieser Firma und ihren Methoden: wbs-law.de / internetrecht / Vorsicht vor Anrufen der Firma Deal up von RA Christian Solmecke.

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Illustration: Dictionnaire raisonné de
l'architecture française du XIe au XVe
siècle (1854 à 1868)

Mittwoch, 22. November 2017

Auf dem Schreibtisch XXXXV

Guten Tag oder guten Abend! Sie sind mit­ten in ein Ar­beits­ta­ge­buch hinein­ge­ra­ten, in dem sich al­les um Spra­che, Dol­met­schen, Über­setzen und Kult­uren dreht. Als frei­be­ruf­li­che Sprach­mitt­lerin ar­bei­te ich in Pa­ris, Berlin, Toulouse, Frankfurt und dort, wo man mich braucht. Heute wieder: Blick auf den Schreibtisch.

Gesehen in Frankfurt/Main
Back to the office. Nach lan­gen Dienst­rei­se­wo­chen gilt es, die Holzoberfläche des Schreib­tischs wieder frei­zu­kämpf­en.

Die Bäume vor dem Fenster sind plötzlich fast aus­nahms­los kahl, in den Lä­den stehen wie immer ver­früht die Scho­ko­nikoläuse Spalier.

Was steht an?

⊗ Vorbereitung Kunstgeschichtstermin (Impressionismus)
⊗ Vorbereitung Stasi-Termin
⊗ Gedrehtes Material (Arte): IT-Wirtschaft
⊗ Allgemeine Politik (mise à jour)
⊗ Bergbau (Nachbereitung)
⊗ Filmkunst- und ästhetik

Meine Filmlexik hat viel Zuwachs bekommen in den letzten Jahren. Einerseits aus eigener Arbeit, andererseits als "Vorlass" einer guten Bekannten, die sich von dem Feld inzwischen verabschiedet hat. Immer wieder mal taucht die Frage nach der Er­stel­lung eines Fachwörterbuchs auf, jetzt erneut.

Außerdem: Bücher lesen, darunter im Rahmen einer Produzentensuche für einen Theatermann, und mit dem Zwecke der Verringerung des Bücherstapels, der sich neben dem Lesesessel türmt. Und in diesen dunklen Wochen auf ausreichend Licht achten.

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Foto: C.E.

Dienstag, 21. November 2017

Rund

Hier bloggt im elften Jahr eine Übersetzerin und Dolmetscherin über ihren Be­rufs­all­tag, und das sogar schon im elften Jahr.

Salzglas, Teetasse, Serviettenring, Teller, Untersetzer, Marmeladenglas: alles rund
Küchentisch in Neukölln
Eine runde Sache - une af­fai­re qui tourne rond, breakfast at home, finally. Wie schön! Und gleich geht's wieder rund. Müde Gedanken beim Aufwachen.

Und sogar die Tischplatte ist rund, wie hier unlängst zu sehen war: klick. And I'm now entering the second round of the month. Naja, fast.

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Foto: C.E.

Montag, 20. November 2017

Bahnkram

Hello, bonjour, guten Tag! Hier bloggt eine Übersetzerin und Dolmetscherin. Während der Mitbewohner in Berlin die Pflanzen gießt, bin ich schon wieder auf Kurzreise.

Jeder zweite Zug, mit dem ich in den letzten Monaten gefahren bin, war ver­spä­tet. Einige sind überhaupt nicht gefahren, gerne nach stürmischen Winden.

Bahnhofausfahrt mit diversen Neubauten im Gegenlicht
Essen am Wegesrand
Daher war der Zug neulich, der mit Verfrühung in einen Bahnhof eingelaufen ist, auch so ein kleines Wunder. Denn es kann vorkommen, dass ich zwei Züge früher fahre, um pünktlich zu sein, neulich sogar drei, um ein­en Film­re­gis­seur, der über 90 ist, vom Flughafen abzuholen. Und so schlendere ich schon wieder über den Bahnhof und warte auf einen Zug.

Dieses Mal ist er schon bei der Abfahrt zu spät dran. Zufällig treffe ich am Bahn­hof eine Kollegin, die wie ich nach "Westdeutschland" fährt, wie West­berliner und West­deut­sche ab Mitte 40 die "alten" Bundesländer nennen. Ihr Wunschzug war al­ler­dings schon eine halbe Stunde vor der geplanten Abfahrtszeit abgefahren. Auf ihre Beschwerde hin erfuhr sie, dass man sich als Reisender jedes Mal aufs Neue im Vorfeld von der unveränderten Abfahrtszeit des gewählten Schienenfahrzeugs zu überzeugen habe. Es herrsche Mitwirkungspflicht, so jedenfalls ein Bahn­mensch.

Meistens sind diese turbulenten Momente auf Unwetter zu­rück­zu­füh­ren. Ich er­in­ne­re mich an Zeiten, in denen die Bahn geworben hat mit Sätzen wie: "Alle reden vom Wetter, wir nicht." Seit "Die Bahn" das "deutsche" und das "Bun­des-" ab­ge­legt hat, ist das alles perdü. (Der weltbeste Ziehpatensohn wür­de sich jetzt mög­li­cher­wei­se selbst zitieren, wenn er das hören könnte: "Ha­ben damals ei­gent­lich noch Dinosaurierer gelebt?")

In der Schweiz sind die Ränder der Bahnlinien übrigens nicht so dicht baum­be­stan­den wie hierzulande. Daher funktionieren dort die Anschlüsse auch sehr viel bes­ser und weitere Bevölkerungsschichten nutzen dieses Fort­be­we­gungs­mit­tel in­ten­siv.

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Foto: C.E.

Freitag, 17. November 2017

Schlagfertigkeit

Guten Tag oder guten Abend! Sie sind mit­ten in ein Ar­beits­ta­ge­buch hinein­ge­ra­ten, in dem sich al­les um Spra­che, Dol­met­schen, Über­setzen und Kult­uren dreht. Als frei­be­ruf­li­che Sprach­mitt­lerin ar­bei­te ich in Pa­ris, Berlin, Versailles, Potsdam und dort, wo man mich braucht. 

Schlagfertigkeit lässt sich lernen. Und andere zu überzeugen auch.

Blick aus dem Autofenster auf ein Hotel, Regen auf der Glasscheibe
Am Potsdamer Platz
Kundin A fragt eine Dol­met­sche­rin für zwei Stunden In­ter­views in einem Lu­xus­ho­tel an. Der Zeitraum: Mitten in der Hochsaison. Da es kaum eine Nebensaison gibt, müs­sen wir normalerweise 80 % unseres jähr­li­chen Dol­­metsch­­um­sat­zes in fünf­ein­halb, sechs Mo­na­ten ge­ne­rie­ren. Außerdem steht und fällt unsere Arbeit mit der Vor­be­rei­tung.

Ich rufe also den normalen Satz auf. Kundin A: "Der Interviewte ist kein in­tel­lek­tu­el­ler Überflieger, das wird ganz einfach." Ich: "Macht nichts. Einem Arzt bezahlen Sie für dessen Zeit auch nicht deshalb weniger, nur weil der Patient nicht so schwer erkrankt ist."

P.S.: Den Job hab ich gekriegt. (Und es sind Presseinterviews mit Pausen, etwas, das ich alleine machen kann.)

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Foto: C.E.

Mittwoch, 15. November 2017

Das Internetz

Fenster: In einem Flügel hängt am Kabel eine Internetbox und baumelt in der Luft
Gesehen in Berlin-Neukölln
Bien­ve­nue auf Blog­sei­ten aus der Welt der Idiome. Über­set­ze­rin­nen, Über­­set­­zer, Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­scher nehmen Sprache gerne mal wörtlich. Und wir pfle­gen auf­op­fe­rungs­voll manch al­ten oder seltenen Begriff.

"Das Internetz" nannte meine Tante einst das Weltweite, das hat wie aus der Zeit der Intershops herübergeklungen. Vorgestern im Hof: Das Internet hat sich aufgehängt. Endlich verstehe ich das Bild mal.


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Foto: C.E.

Dienstag, 14. November 2017

Die drei W von der Typo

Hier bloggt im 11. Jahr eine Spracharbeiterin. Als Dolmetscherin und Übersetzerin hege ich gewisse Vorlieben für Buchstaben, Typografie und Satz.

In Buchstaben auf dem Tisch: REIM
Morgens in Neukölln
Witwen und Waisen bringen mich zuverlässig zum Schmun­zeln, aber nur im Druck­be­reich. Zumal dieses Feld be­griffs­tech­nisch durch­aus deut­­li­­che Stei­ge­rungs­mög­lich­kei­ten bietet, als da wären: Hurenkinder und die harm­lo­ser klin­gen­den Schus­ter­jun­gen.
Diese Ménage à trois ergänzt aufs Schöns­te der Wal­zen­kö­nig.

Wie kamen Typographen auf derart komische Begriffe? Das weiß ich auch nicht. Ich kenne nur die Bedeutungen der Termini. Die ersten in der Reihe bezeichnen laut Wikipedia "verwandte Typen von Satzfehlern, die den Le­se­rhyth­mus stören und unästhetisch sind".

Das Wort "Witwe" setzt sich in der jüngsten Zeit durch die Globalisierung durch, denn im englischsprachigen Raum wird widow genannt, wenn eine letzte Zeile ohne erkennbaren Zusammenhang frei auf einer Seite steht, wodurch die letzte Zeile eines Absatzes zugleich die erste Zeile auf einer neuen Seite oder einer neuen Spalte ist. (Die sonst auch verwandten Begriffe "Hurenkind", "Hurensohn" und "Hundesohn" geraten daher langsam in Vergessenheit.)

Ein anderer Sprung im Satzspiegel ist die "Waise". Witwen und Waisen sind doppelt verwandt, auch hier gibt es einen mit den Jahren stärker werdenden englischen Begriff, the orphan. Er bezeichnet die erste Zeile eines neu­en Absatzes, die am Ende einer Seite oder Spalte steht und auf der nächsten Seite oder in der nächsten Spalte fort­ge­setzt wird. (Dieses Phänomen heißt auch Schusterjunge. In Berlin wird sonst eine Bröt­chen­art so genannt.)

Das dritte W: "Walzenkönig" heißt ein Papierbogen, der in der Druckerpresse hän­gen­ge­blie­ben ist.

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Foto: C.E.

Montag, 13. November 2017

A life in limbo

Was Dol­me­tscher und Über­setzer umtreibt, nein, was mich um­treibt in die­sem Be­ruf, kön­nen Sie hier mitlesen. Ich arbeite aus dem Französischen und ins Franz­ösi­sche sowie aus dem Englischen. Mit der Spracharbeit sind viele Reisen ver­bun­den. Wenn die Wortverwirrung, die nach dem Dolmetschen zuverlässig ein­tritt, abklingt, passieren mir manchmal etwas andere Texte.

Ich wohne hier und ich wohne da. Und mitunter
Bin ich auch dort noch zuhause. "Ach, auch mal
Wieder im Lande", sagt der Antiquar, "ich habe
Bücher für dich zurückgelegt. Sieh mal,
Müssten dir gefallen."

Und das geht an mehreren Orten so. Ich bin immer
Auf der Hinfahrt. Die Rückfahrten lasse ich ausfallen.
Bequem im Sessel lebe ich zwischen den Stühlen,
Sitze im Dazwischen; das Hier- oder Dort-
Sein ist nichts als Illusion.

Die Gespräche mit den Lieben gehen auf Anschluss.
Ständiges Anknüpfen. Was in meiner Abwesenheit
Geschah, darf ich mir denken. Lesen aus dem, was
Da schwebt. In die Kunstausstellung geht's
Wie immer am letzten Tag.

Und plötzlich sind die Kinder groß. Plötzlich sind die
Bäume kahl. Diese Wand braucht schon wieder neue
Farbe. In welcher Stadt hängt jenes Gemälde nochmal?
Zuhause bin ich dort, wo mein Kopfkissen ist.
Und in den Sprachen.

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Foto: folgt

Freitag, 10. November 2017

Grenzregion

Hier bloggt eine Dol­met­sche­rin für die französische Sprache (und aus dem Eng­li­schen). Ich arbeite in Toulouse, Paris, Marseille, Berlin, Köln, München, Düs­sel­dorf und auch dort, wo Sie mich brauchen.

Gestern war die Mauer so lange "weg", wie sie einst gestanden hat. Wobei: Von ei­nem Tag ging weder das eine, das mein Vater in Berlin erlebt hat, noch das ande­re, das ich vor Ort erlebt habe.

Arbeitsplätze mit hinten offenen Kabinen für vier Dolmetscherinnen
Doppelt akkurat: Die Kaffeebar war nicht weit
Wir begingen den Tag mit Nor­ma­li­tät. Wir haben für eine Firma gedolmetscht, die Nie­der­las­sun­gen dies- und jenseits der früheren Staats­gren­ze hatte, in Hessen an der Grenze zu Thüringen. Von Ostnähe war nichts zu spü­ren, mit einer Ausnahme: Die Ka­bi­nen.
Sie kamen mit einem Dienst­leis­ter aus der tsche­chi­schen Re­pu­blik.

Einigen Franzosen, die dieses Adjektiv zum Lachen brachte, durften wir nach die­ser Information beibringen, "tschechisches Streichholzschächtelchen" zu sagen. Und der mitreisende Techniker aus Prag war sehr überrascht, dass die Wort­le­ge­bat­te­rien kein Standard in Deutschland sind. Wir haben das übrigens mit "Dol­met­scher­bat­te­rien­hal­tung" übersetzt, élevage d'interprètes en batterie.

Das Teil wird auch bocal genannt, Fischglas, oder "Halbkabine". Vorteil: Die Luft ist hier besser als im vollständig geschlossenen "anaeroben Schrank". Der Nachteil: Die beiden Sprachen, Tschechisch und Französisch, sitzen zu eng beeinander.

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Foto: C.E.

Donnerstag, 9. November 2017

Effizienz

Bon­jour, hel­lo und gu­ten Tag! Hier schreibt eine Über­set­ze­rin und Dol­met­sche­rin im elften Jahr. Dieses Jahr ist besonders hektisch — und da ich viel mit dem klei­nen Gerät reise und es noch nicht geschafft habe, von dort aus auch mit Fotos zu blog­gen, ist es hier gerade mal etwas stiller. Ich hole in den nächsten Tagen ein wenig nach ...

Nach manchem Filmfestival, auf dem ich moderiert habe, könnte ich Kritiken ver­fas­sen. Allerdings sind das unterschiedliche Berufe, die sich nur schwer ver­bin­den lassen. Und da ich schon genügend Aufgaben erfülle ...

Kino in einem nissehüttenähnlichen Behelfsbau mit Dolmetscherkabine drin
Vor einer Reise mit dem sel­te­ner ge­nutz­ten Riesenkoffer fallen mir alte Mo­de­ra­tions­kärt­chen in die Hand. Aus dem Zu­sam­men­hang ge­ris­se­ne Wörter und Ausdrücke finden sich auf den Rückseiten der Kärtchen wieder. "Stuhl hat Beine, wie lernt er laufen?", ist so ein Satz. Auch das Résumé eines Filmgesprächs fällt mir auf.

Das hier war die Antwort auf eine in einem Filmgespräch gestellte Frage: "Die Dreh­buch­be­spre­chung erfüllt schon mal den Tatbestand der Nötigung." Ich weiß, warum ich mich langsam von dieser Branche entferne ... be­zie­hungs­wei­se in der Fes­ti­val­mo­de­ra­tion und als Dolmetscherin erst mal eine privilegierte Be­ob­ach­tungs­po­si­tion ein­ge­nom­men habe.

Und dann gibt es diese wunderbaren Momente (weshalb es gut war, die Kärtchen nicht sofort ins Altpapier zu tun): Einen Film, den ich ich im Mai beim Film­kunst­fest Schwerin gesehen habe, darf ich im Oktober beim Rügen International Film Festival simultan von den englischen Untertiteln her einsprechen. Auch durch die Kärtchen bin ich sofort wieder drin. Ich gewinne Zeit in der Vorbereitung, weil ich gleich mit dem zweiten Durchgang anfangen kann.

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Foto: C.E. (Campingplatzkino Göhren)
Gruß nach Mecklenburg-Vorpommern!

Mittwoch, 8. November 2017

Unfahrplanmäßig

Ob zufällig oder absichtlich, Sie sind hier mitten in ein Arbeitstagebuch aus der Welt der Sprachen hineingeraten. Ich dolmetsche und übersetze, überwiegend aus der französischen und auch ein wenig aus der englischen Sprache. In einem Zug der Deutschen Bahn:

Blick aus dem Zugfenster ins Tal
Im Baunatal
"In a few minutes, the train will arrive in advance at the railway station. You will be able to fetch any connection, even some unscheduled ones."

Crazy, #DeutscheBahn, c'est du jamais vu, das hab ich ja noch nie erlebt!
Und das Schönste: Die eng­li­sche Aus­spra­che klang fast nach Ox­ford.

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Foto: C.E.

Freitag, 27. Oktober 2017

Sauberlaufmatten

Hallo! Sie lesen hier in einem Arbeits­ta­ge­buch aus der Welt der Spra­chen. Als Dol­met­sche­rin bin ich oft unterwegs, mitunter länger, wenn ich gegen Grippeviren kämpfen muss. Umso irritierender, dass mich die Werbewirtschaft noch nicht als Kundin von Immunstärkern entdeckt hat. Während in Berlin der Mitbewohner die Blumen gießt .... 

Chefsessel bei Linguee
Der übertragene Sinn steht im Vordergrund
Werbung für Fahnenmasten, Chefsessel und Sau­ber­lauf­mat­ten und derlei landet re­gel­mä­ßig in meinem Post­fach. Ich weiß, dass un­ge­betene Wer­­bung im­mer auch ein Spie­gel des ei­ge­nen Surf­ver­hal­tens ist. Muss ich mir über mich selbst Sorgen machen?

Ich dre­he die Sa­che wie­der zu mei­nen Guns­ten um.

So lerne ich bislang nicht so sehr bekanntes Vokabular kennen. Der Fahnenmast: la hampe oder mât de drapeau, der Chefsessel im Übertragenen: fauteuil oder siège de direction, im Konkreten: fauteuil de cuir. Lustig sind diese "Sau­ber­lauf­mat­ten", ein Wort, das bislang nicht zu meinem aktiven Wortschatz gehört hat. Auf Fran­zö­sisch finde ich paillassons pour entrées, tapis d'intérieur oder paillasson anti-cras­ses, übertragen sind das diese länglichen Plas­tik­tep­pich­din­ger, wie sie im Ein­gangs­be­reich von Ladengeschäften liegen, die wie kleine Bürstchen die Schuhe der wer­ten Kundschaft reinigen.

Wer weiß denn schon, wann ich diese Wörter mal brauchen kann?

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Illustration: Linguee

Samstag, 14. Oktober 2017

Statusmeldung

Blick aus der Kabine von oben auf das Geschehen
Messe in Vo­gel­flug­pers­pek­ti­ve
Bonjour, hello, guten Tag. Hier bloggt im 11. Jahr eine Dolmetscherin, übli­cher­wei­se mehrmals die Woche. Wo eine Regel, da auch eine Ausnahme ...

Kurzer Zwischenstand, um die Sendepause zu erklären, die hier eingetreten ist: Unter dem Sturm durfte ich neulich hin­durch­fahren für eine Last-Mi­nute-Aktion mit Ver­dol­met­schun­gen von Filmen auf Rügen. Diese Einsätze waren vor­zu­be­rei­ten.
Anschließend ging es weiter auf dem Land­weg nach Frankfurt, wo ich derzeit bin, während der Mit­be­woh­ner Ruhe zum Schrei­ben hat. Zwischendurch wurde noch ein Dreh­buch­lek­to­rat geliefert.

Bonjour, je suis à Francfort en ce moment, à la foire du livre. Le silence du Blog n'est pas dû à la tempête ...

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Foto folgt

Montag, 2. Oktober 2017

Einsprechübersetzung

Hier bloggt eine Übersetzerin und Dolmetscherin über ihren Be­rufs­all­tag. Heute wird's praktisch. Aus gegebenem Anlass einige ...

Hinweise für das Übersetzen fremdsprachiger Untertitel zum Einsprechen

UNTERTITEL (UT) werden einfache oder doppelte Textzeilen genannt, die unter oder (z.B. bei asiatischen Sprachen) neben Filmbildern eingeblendet werden. Meistens geben sie den Filmton wieder, vor allem Dialoge.

Sie bestehen aus einer vorab festgelegten Anzahl von Zeichen. Viele Sender oder Titelgeneratoren haben eine eigene festgelegte Anzahl von Anschlägen (Anschläge = Zeichen inklusive Leerzeichen). 

Die meisten Menschen hören in der gleichen Zeiteinheit mehr Wörter als sie lesen können. Außerdem ist der Filmschnitt zu berücksichtigen. Es ist z.B. nicht üblich, Titel auf Schnitte zu setzen.

Daher geben Untertitel die Filmdialoge oft verkürzt wieder. Außerdem lenken UTs (besonders Ungeübte) vom Bild ab. Das Spiel der Darsteller, Sound und Musik brau­chen Raum bei der Sinneswahrnehmung. Das macht das Erstellen von Un­ter­ti­teln oft zu einer Knobelarbeit, die mit dem Entwerfen von Kreuzwort­rätseln verglichen werden kann — oder mit einer Form von Dichtung. Denn UTs geben den Filmdialog meistens in gestraffter Form wieder. Hier besteht die Kunst darin, Weg­ge­fal­le­nes zwischen den Zeilen aufscheinen zu lassen.

Wie sehen UTs aus?
Untertitelsoftware
Visuelles Beispiel (einige Jahre alt)
1.
00:02:17,440 --> 00:02:20,375

Hier ein kurzes Beispiel,

ich fand nichts Besseres.

2
.
00:02:20,476 --> 00:02:22,501

… aber es hilft schon mal!

Dort noch ein Grundsatztext über Untertitel: Blogeintrag vom März '14.

EINSPRECHEN ist eine Vertonungsart von Festivalfilmen, für die es noch keine Un­ter­ti­te­lung (in der gewünschten Zielsprache) gibt sowie für manche Werke des in­ter­na­tio­na­len Filmerbes (Beispiel: Billy Wilder). Hierbei werden Titellisten, Dreh­buch- oder Roh­über­set­zun­gen von Dolmetschern adaptiert und eingesprochen. Oder aber es liegen er­prob­te, lektorierte Titel vor, die auch von anderen Fach­kräf­ten ein­ge­le­sen werden können.

Dabei spricht eine Stimme alle Rollen, Frauen, Männer, Greise, Kinder, über die Dauer des gesamten Films (oder Kurzfilmprogramms) hindurch. Nicht alle Dol­met­scher oder Spre­cher sind hierzu geeignet. Eine gute Sprechstimme, Stressresistenz und Ausdauer sind Voraussetzung.

Auf der Berlinale haben wir einen Film pro Tag eingesprochen, und zwar zwei- bis dreimal. Hier war ausreichend Zeit für die Vorbereitung vorhanden. Bei anderen Fes­ti­vals kann es sein, dass ein Sprecher pro Tag drei Filme einsprechen muss. In solchen Fällen ist es besser, die Untertitellisten zuvor fürs Einsprechen zu über­setzen. Das Ergebnis wird sich am Ende nicht gleich als neue Titel setzen las­sen, bil­det dafür aber eine gute Grundlage.

Hier noch einige Regeln für das Zuarbeiten in diesem Fall:
1. Eingesprochene Filme sind keine Synchronisationen, sondern Filme mit ge­spro­che­nen Untertiteln. Es gilt in beiden Fällen: So viel wie nötig, so wenig wie mög­lich.
2. Dialoge und UTs lehnen sich an gesprochene Sprache an. Es gilt: „Mit den Ohren schreiben, nicht mit der Hand.“
3. Zur Bearbeitung von Einsprechlisten gibt es im Idealfall einen Filmlink. Es em­pfiehlt sich, im Script Stellen zu markieren, die sehr schnell sind, z.B. durch Kur­siv­setzung. Über die Geschwindigkeit geben auch die Timecodes Auskunft (die Zahlenreihe vor dem Titel).
4. In sehr hektischen Passagen ist es wichtig, die Atem­pausen des Einsprechers zu berücksichtigen. Tipp: Wer fürs Ohr schreibt und übersetzt, sollte zwischen­durch auch laut lesen, vor allem bei der Übertragung einer sparsamen Sprache wie Eng­lisch in eine ausführlichere wie Deutsch.
5. Anders als bei der Buchlektüre können Ohr und Auge im Kino nicht zu­rück­sprin­gen. Eindeutigkeit ist wichtig, Manierismen jeder Art sind zu vermeiden.
6. Abkürzungen, sofern gebräuchlich, dürfen mit etwas größerer Sorglosigkeit ver­wen­det werden als bei echten Untertiteln. Ein lässiges „er war im Haus­tür­ver­kauf tätig“, wir sehen aber, dass er „Außendienstmitarbeiter“ ist, darf anstelle von Il a fait du porte-à-porte, zu Il était VRP [voyageur représentant placier] verkürzt werden.
7. Sprichwörter werden mit der Entsprechung aus der andren Kultur übertragen, außer ein zitiertes Element kommt in der Geschichte vor. Dann muss abgewogen werden zwischen direkter Übertragung und Verschiebung in Richtung einer anderen sprichwörtlichen Metapher (die im Film vorkommt).
8. Probleme und Fragen jedweder Art bitte anmerken und deutlich vom Rest des Textes abheben.
9. Anders als in der Dolmetscher­kabine sind drastische Ausrufe 1:1 wiederzugeben. Hier sind keine diplomatischen Folgen zu befürchten.
10. Have fun while working! Arbeitszeit ist Lebenszeit.


Früher, als Filme noch als Rollen ins Kino kamen, wurden die Untertitel in das Trä­ger­ma­te­rial eingebrannt. Heute sind werden sie im Schnitt oder vom Vor­führ­ge­rät zugespielt. Damit sind sie auch später noch redaktionell veränderbar. Die Über­pro­duk­tion von Filmen führt aber leider dazu, dass nach Fertigstellung einer über­eil­ten Festival­fassung später nur noch selten korrigierend eingegriffen wird. Außerdem haben erhöhte Nachfrage und andere Markt­gesetze die Preise von Un­ter­ti­teln verdorben. Es ist daher allen in der Festival- und Filmaus­wertungskette gedient — nicht zuletzt uns selbst, denn wir sind ja alle Zuschauer —, wenn ak­ku­rat ge­ar­bei­tet wird.

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Foto: C.E. (Archiv)

Sonntag, 24. September 2017

Schokokuchen

Bonjour, hello und guten Tag! Hier bloggt im elften Jahr eine Spracharbeiterin. Heute: Made in France, allerdings in Berlin nachgebaut, ein Klassiker, mo­der­ni­siert.

Kuchenform von oben
Abkühlen lassen
In Frankreich hat der Gâteau au chocolat etwa so oft sei­nen Auftritt wie der deut­sche Mar­mor­ku­chen.
Der Scho­ko­ku­chen ist ein ty­pi­scher Ge­burts­tags­ku­chen, lässt sich auch als Des­sert­ku­chen schnell zu­be­rei­ten, also "aus der Lamäng" (so wird es auf Deutsch ge­spro­chen, da­rin steckt na­tür­lich la main, die Hand, meint: aus der Hand geschüttelt ne­ben­bei).

Sehr gerne mache ich den Kuchen mit einem Arome, wie Erwachsene sie eher mögen als Kinder. Für acht Kuchenstücke werden gebraucht:
200 g Bitterschokolade (ich nehm' die mit 70 Volt)
2 gehäufte EL Kochkakao
200 g Butter
40 g Puderzucker (oder normale Raffinade)
50 g Mehl, gerne zu einem hohen Anteil (oder in Gänze) feine Speisestärke
3 Eier Größe L aus dem besten Hühnerbetrieb (eins mehr, wenn sie kleiner sind)
2 gestrichene TL löslicher Kaffee ohne Koffein
1 TL Schalenabrieb einer ungespritzten Zitrone oder Orange (fällt fluffig, kann also gern ein voller TL sein)
1 gestrichener TL fleur de sel ("Salzblume" = natürlich getrocknete Salzkristalle, die sich nicht so schnell auflösen)

Den Herd auf 180 °C vorheizen, dann Schokolade und Butter (Zimmertemperatur oder Flöckchen) im Stieltöpfchen schmelzen lassen. Wer Angst vor Anbrennen hat, macht das im Wasserbad oder legt eine kleine Metallscheibe auf den Gasherd, wie wir hier.

Eigelb von Eiweiß trennen. Eiweiß mit dem Zucker zu Schnee schlagen.

Wenn kein Puderzucker vor­han­den ist, kommt der Zucker später mit den Frucht­scha­len­schnip­seln hinzu.
Die Fett-/Scho­ko­mas­se mit dem Mehl ver­mi­schen, dann die Zi­trus­frucht­an­teile hinein, anschließend Eigelb, Salz und die anderen Würzmittel, am Ende den Eischnee behutsam un­ter­he­ben, dann den Teig in eine kleine, gefettete Kas­ten­form schüt­ten.

Wenn der Kuchen nach 20 Minuten Backzeit (bzw. 25 Minuten bei der Rundform) so wirkt, als wäre er nicht fertig: Der gâteau au chocolat wird in Frankreich als gebackene Mousse au chocolat verstanden. Wer es kuchiger mag, hänge zehn Minuten Backzeit dran (und reduziert ein wenig die Hitze). Wer es noch ku­chen­ar­ti­ger mag, mische zehn Gramm mehr Mehl mit etwas Back­pul­ver unter. Achtung: In diesem Fall die geschmolzene Schokomasse etwas abkühlen lassen, bevor der Teig verrührt wird, damit das Back­pul­ver seine Hauptwirkung in der Backröhre ent­fal­tet.

Es empfiehlt sich übrigens, immer Zutaten für einen Gâteau au chocolat im Hause zu haben, damit spontan ein Abendessen verlängert werden kann (und mehr Personen satt werden), aber auch, falls jemand das falsche Zuckerglas erwischen sollte. Ist mir mal passiert. Da hatte ich dann zweimal Salz im Kuchen. War ungenießbar, aber eine unauslöschliche Erinnerung: "Caroline, das ist doch die mit dem Salz­ku­chen!"

Das werde ich nie wieder los.

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Foto: C.E.

Freitag, 22. September 2017

Baubegriffe lernen

Bonjour, hello, guten Tag! Ob geplant oder zufällig, hier sind Sie auf die Web­sei­ten einer Dolmetscherin für die französische Sprache (und aus dem Englischen) hineingeraten. Ich arbeite in Toulouse, Paris, Marseille, Berlin, Köln, München und mög­li­cherweise auch dort, wo Sie mich brauchen.

Handgemachte Dominokarten Bild<>Wort
Komplett handgemacht
Kollege Steffen Walter hat's bei der Recherche gefunden: ein viersprachige Glos­sar EN-FR-DE-ES zum nachhaltigen Bauen. Dem Namen nach scheint es direkt von der Be­ton­in­dus­trie zu kommen, lie­fert aber einige Grund­la­gen. Vielen Dank, lie­­ber Stef­fen.

Was mir hier am Glos­sar ge­fällt, sind die klei­nen Il­lus­tra­tio­nen zu den Be­grif­fen.

Sie haben das Format von Memorykarten. Ich schreibe Montag den Urhebern, viel­leicht ließe sich das ja als herunterladbare Spielkarten verlinken, die dann im Copyshop auf dünnen Karton ausgedruckt werden könnten. Das wäre das ideale Spielmaterial zum Lernen im Team.

Salat, Feder, Elefant, Dose ... Memorykarten mit Text
Von Hand ergänzt
Noch ein Lerntipp steckt in diesen Illustrationen drin: Begriffe selbst illustrieren, Grafiken erfinden oder Lo­gos für dies und das. (Daraus ließe sich bei Wunsch ein Spielkartensatz ableiten.)
Die Methode gehört zum Trick lear­ning by teach­ing. Oft reicht aber das dabei in­ves­tier­te Hirnschmalz, um den Begriff erfolgreich zu ver­an­kern.

Für Grundlagenbegriffe mit den Kleinen lässt sich auch ein handelsübliches Me­mo­ry­spiel zweckentfremden.

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Fotos: C.E.

Donnerstag, 21. September 2017

Gemühüsebrühe

Bienvenue auf Blogseiten aus der Welt der Sprache. Wir Übersetzerinnen, Über­set­zer, Dolmetscherinnen und Dolmetscher werden gerne mal von unserem Umfeld mit einem wandelnden Wörterbuch verwechselt. Das kommt nicht von ungefähr, denn unsereiner sammelt ständig.

Schuhulippen 2 Bund 1 Euro
Schlotten, nicht zu verwechseln mit Schalotten
In Berlin wohne ich in Marktnähe. Die dort aufzufindenden Stände und die Waren er­freu­en Augen und Nasen. Aber auch das Gehirn kennt seine Marktwonnen. Das dort entdeckte Schild "Granny Simitis" hat es in den privaten Ver­ball­hor­nungs­wort­schatz ebenso geschafft wie die Auf­for­de­rung "Esst Katsanien"!

Den Wettbewerb gewonnen haben al­ler­dings die Champions! Und Schluppen (alias Winterzwiebeln) sind die Grundlage jeder gu­ten Suppe.
In Neukölln werden in­des Schu­lup­pen genommen. Deutlich weiter im Westen, zum Beispiel in Char­lot­ten­burg, heißen sie noch Schlotten.

Stein-Champions 100 gr 1 Euro (Bioland)
Sieger!
Der Mitbewohner bietet mir ein Ge­mü­se­brü­hen­schlück­chen an. Oder ist es ein Gü­mü­se­brü­hühn­schlück­chün? (Ist das jetzt vegan oder mit Hühnchen?)

Zu mehr Ü als nötig neigen die Berliner. Dass das stümmt ist auf jeden Schulhof zu vernehmen. Und es ist einer der Gründe, weshalb sich viele türkischstämmige Mit­bür­ger überaus glücklich in Bürlün ein­ge­lebt ha­ben. A propos türkische Mitbürger. Einer zuverlässigen Quelle zufolge würde das obenstehende Wort von Türken Ge­mü­se­bü­rü­he­schü­lü­cke­chen ausgesprochen wer­den. Denn einem türkischen Mut­ter­sprach­ler sei es nicht möglich, zwei Kon­so­nan­ten hin­ter­ein­an­der auszusprechen.

Der Kommentar endet auf ein: "Es sei denn, er ist einsilbig."

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Fotos: C.E.

Mittwoch, 20. September 2017

Abschied vom Sommer

Guten Tag oder guten Abend! Sie sind mit­ten in ein Ar­beits­ta­ge­buch hinein­ge­ra­ten, in dem sich al­les um Spra­che, Dol­met­schen, Über­setzen und Kult­uren dreht. Als frei­be­ruf­li­che Sprach­mitt­lerin ar­bei­te ich in Pa­ris, Berlin, Versailles, Potsdam und dort, wo man mich braucht. Heute ein anderer Blick auf den Schreibtisch.

IPad mit Tastatur, Hand, Hund, grüne Wiese
In Frankreich
Drei tote Stechmücken im Bad, Schluss mit Mottenflug, der Herbstanfang morgen hat auch gute Seiten.

Ich muss den Kalender her­vor­ho­len, es gibt mehr Ter­mi­ne, als ich mir merken kann, und fleißig Angebote schrei­ben. Und ich hoffe noch auf ei­ni­ge schöne Tage in den di­ver­sen Outdoorbüros meines Spracharbeiterinnenlebens.

In einem solchen hatte ich neulich am Rande von Dreharbeiten sogar vierbeinige Hilfe. Ich bin sonst kein Hundetyp. Dieser Hündin war das aber piepegal. Sie hat sich meinen Fuß als Kissen ausgesucht und sich mein Übersetzungslektorat gerne laut vorlesen lassen. Dabei durfte ich dann sogar ein wenig Fell kraulen. Und ich bin dankbar, dass ich in meiner anderen Heimat etwas mehr von dieser Jahreszeit erleben konnte, denn ...

Berlinsommer

Was in Berlin so Sommer genannt wird.
Der Keller trocknet noch und auch der Schuh.
Weggehen, morgen Abend? Ach nee,
Es wird doch wieder schütten, aber sowas

Von nass wird's. Im Rinnstein ein Meer
Und die Tomaten schon wieder ersoffen.
Tage später steht die Luft. Der Eismann
Macht endlich die Deals seines Lebens.

Was in Berlin Sommer genannt wird, war
Früher mal besseres Aprilwetter. Balkon
putzen? Sitzkissen auf die Stühle dort?
Lohnt doch nicht. Komm lieber mit mir

Ins Kino. Aber vergiss die Jacke nicht.
Los! Heute! Wetter, echtes. Statt Büro
Die Räder angespannt und zum See ge-
radelt. Was in Berlin so Sommer heißt.

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Foto: C.E.

Sonntag, 10. September 2017

Sommerrückblick in Fotos (7)

Im elften Jahr bloggt hier eine Dolmetscherin und Übersetzerin für die fran­zö­si­sche Sprache (und aus dem Englischen). Ich arbeite für Privatkunden, auf Kon­fe­ren­zen und europäischen Betriebsratssitzungen, Delegations- und Stu­dien­rei­sen, für TV und Radio, im Kino und bei Festivals.

Diesen Sommer bin ich einmal quer durch Europa gereist. Ich war für den Beruf, im Ehrenamt sowie als Urlaubsreisende mit Familie unterwegs.

Am Pirita-Strand vor Tallinn kommen wir an und sehen zwei Nonnen am Wasser. Sie gehen ortsauswärts, es ist frisch, der Strand vor der estnischen Hauptstadt ist fast leer.

Nonnen am Strand
"Nonnen auf der Flucht" (sei ein Komödientitel, sagt der Mitbewohner)

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Foto: C.E.

Samstag, 9. September 2017

Sommerrückblick in Fotos (6)

Hello, bonjour und guten Tag! Hier berichtet eine Konferenzdolmetscherin für die französische Sprache über ihren Arbeitsalltag. Außerdem arbeite ich für Pri­vat­kun­den und europäische Betriebsratssitzungen, bei Delegations- und Stu­dien­rei­sen, für TV und Radio, im Kino und bei Festivals.

Propeller am Flugzeug, Wolken, Landschaft
Fensterplatz
Teil sechs meines Som­mer­rei­se­rück­blicks. Auf der Reise ging es von Südfrankreich weiter nach Nordeuropa.

Eben noch durfte ich im franzö­si­schen Hoch­som­mer schwitzen, es waren bis zu 37 Grad Celsius, schon konnte ich mich auf eine Umgebung mit 17 Grad einstellen.

Zum Glück hatte ich Stulpen, Nieren- und Pulswärmer sowie Schals in der Tasche. In der kleinen Maschine hatte ich einen wun­der­ba­ren Blick auf die Technik.


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Foto: C.E.

Freitag, 8. September 2017

Sommerrückblick in Fotos (5)

Ob geplant oder zufällig, Sie lesen hier auf den Blogseiten einer Dolmetscherin für die französische Sprache (und aus dem Englischen). Ich arbeite auf Kon­fe­ren­zen und europäischen Betriebsratssitzungen, Delegations- und Studienreisen, für Medien und Festivals und auch für Privatkunden.

Kürbis-Mören-Orangensuppe_mit_grünen_Bohnen_und_Blüten_und_Kräuterschmand
Mit essbarer Deko
Sommerrückblick. Ich war viel für den Be­ruf, im Ehrenamt sowie im Ur­laub mit Fa­mi­lie unterwegs

Essen und Trinken hält Leib und Seele und so weiter. Wer hart arbeitet und viel un­ter­wegs ist, braucht bestes Futter. Ein kleines Platzhalterfoto zum Dank für die wunderbare Verköstigung unterwegs. In Nord- und Südfrankreich, in Paris und auch im Baltikum haben wir überall sehr gut gegessen.

Und manche Anregung für die eigene Kü­che mit­ge­bracht ...

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Foto: C.E.

Donnerstag, 7. September 2017

Sommerrückblick in Fotos (4)

Bonjour, guten Tag, hello! Sie lesen im Blog einer Konferenzdolmetscherin für die französische Sprache. Außerdem arbeite ich für Privatkunden und europäische Betriebsratssitzungen, bei Delegations- und Studienreisen, für TV und Radio, im Kino und bei Festivals.

Dreharbeiten aus der Vogelperspektive
"Und bitte!"
Diesen Sommer war ich für den Beruf, im Ehrenamt sowie als Urlaubsreisende mit Fa­mi­lie unterwegs. Meine Rück­blicke bringe ich diese Wo­che.

Die Kamera war zu schwach: Wir sind privat untergebracht und dolmetschen tagsüber. Es ist heiß. Es ist sehr heiß. Ir­gend­ wann schlafe ich vor Er­schöp­fung ein.

Dann träume ich von Dreharbeiten. Ich wache auf, finde nicht mehr in den Schlaf zurück, nestele mir die Ohropax aus den Lauschern.

Und beobachte aus dem Fenster einen Nachwuchsdreh.

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Foto: C.E.

Mittwoch, 6. September 2017

Sommerrückblick in Fotos (3)

Bonjour, guten Tag, hello! Alltagsbeobachtungen aus dem Leben einer Dol­met­sche­rin können Sie hier mitlesen. Ich arbeite mit Französisch und aus dem Englischen. Meistens vertonen wir Konferenzen, werden auch für Betriebsratssitzungen, bei Delegations- und Studienreisen, für Medien, Festivals und Privatkunden tätig.

Ein ausgewachsenes Schwein in der Küche
Kein Haushund
Dritter Teil meines kurzen Som­mer­rei­se­rück­blicks und mei­ner Europareise. Bezahlte und ehrenamtliche Arbeit wa­ren ebenso Anlässe wie eine pri­va­te Familienreise.

Nördlich der Loireregion wa­ren wir bei einer Jung­bäu­erin zu Gast, die einen Hof be­treibt, der vielen Tieren, vor allem Schweinen, das Gna­den­brot anbietet.

Die meisten Tiere leben in ihren Ställen und Unterständen. Nur Rosalie, sie hat die ältesten Rechte hier, darf abends und nachts mit im Wohnhaus sein. (Demnächst auf Arte.)

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Foto: C.E.

Dienstag, 5. September 2017

Sommerrückblick in Fotos (2)

Hello, bonjour und guten Tag! Sie lesen im Blog einer Konferenzdolmetscherin für die französische Sprache. Außerdem arbeite ich für Privatkunden und europäische Betriebsratssitzungen, bei Delegations- und Studienreisen, für TV und Radio, im Kino und bei Festivals.

Drei Kindergarten- und Grundschulkinder rennen mit Koffern durch die Halle
Viel Schwung
Zweiter Teil meines Som­mer­rei­se­rück­blicks. Ich bin quer durch Europa gereist, und zwar für den Be­ruf, im Ehrenamt sowie als Urlaubsreisende mit Familie.

Auf dem Pariser Flughafen habe ich mich einige Male gelangweilt. Und ich war be­geis­tert über drei kleine Geschwister aus China, die mit dem Bord­ge­päck ihrer El­tern Kofferrennen gefahren haben. Die meisten Erwachsenen haben sie schmun­zelnd beobachtet. Und jene, die aus nicht erfindlichen Gründen nicht so begeistert davon waren, hat die grinsende Mehrheit zum Schwei­gen ge­bracht.

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Foto: C.E.

Montag, 4. September 2017

Sommerrückblick in Fotos (1)

Bonjour, hello, guten Tag! Hier bloggt eine Dolmetscherin für die französische Sprache (und aus dem Englischen). Ich arbeite für Privatkunden, auf Konferenzen und europäischen Betriebsratssitzungen, Delegations- und Studienreisen, für TV und Radio, im Kino und bei Festivals.

Alte Fassade mit Fenster
Irgendwo in Toulouse
Diesen Sommer war ich für den Beruf, im Ehrenamt sowie als Urlaubsreisende mit Familie unterwegs. Diese Woche schaue ich zurück.

In Toulouse haben mich verschiedene Din­ge begeistert: Die große zu­sam­men­hän­gende Altbausubstanz, die roten Zie­gel­stei­ne, die das wichtigste Bau­ma­te­rial in der Stadt darstellen, die in­nen­lie­gen­den Fensterläden, die Ver­zie­run­gen am oberen Fensterrand (für die ich noch keinen Na­men habe).

Und schön warm war's auch.


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Foto: C.E.

Freitag, 1. September 2017

Auf Diät

Herzlich willkommen auf den Sei­ten des ersten deut­schen Web­logs aus dem In­ne­ren der Dol­met­scher­ka­bi­ne. Hier schreibt ei­ne Fran­zö­sisch­dol­metscherin über ihre Einsätze in Ber­lin, Paris, Cannes und anderswo. Heute: Über die Bedeutung von  Hintergrundwissen. Wer etwas nicht weiß, muss wissen, wo es steht oder wo nachgefragt werden kann.

Wer Frankreich sagt, meint sehr oft Mode, Eleganz und gute Küche. Naja, und viel Meer als Grenzen und Sommerurlaub.

Gelbes Fernlicht
Inzwischen selten: gelbes Fernlicht
Mode und Essen passen nicht immer zusammen. Also meint, wer Frankreich sagt, auch Diät.
Das französische Wort diète bezeichnet nicht unbedingt eine besondere Form der Kasteiung mit dem Ziel der Gewichtsreduktion, sondern allgemeiner zunächst die Ernährungsweise, dann das Reduktionsprogram (als diète stricte).

Eine Kollegin hat neulich einen Blogtext über die genannten Themen übersetzt und darin stand dann: "Ich bin wieder auf Uber-Diät. Den ganzen Tag nur Bonbons und Mineralwasser.“

Uber, ausgesprochen "Über", ist der amerikanische Fahrdienstvermittler zur Ver­mie­tung von Privatautos über eine Mo­bil­te­le­fon­app, al­ler­dings kein Car sharing, sondern Wagen mit Chauffeur, eine Art Privattaxi.

Das mit der Diät sollte witzig gemeint sein. Die Übersetzerkollegin lebt in Deutsch­land. Es war sommerheiß. Ihr Gehirn würde sich zu langsam drehen, schreibt sie, als sie in der Runde des Netzwerks nachfragt, worin der Witz genau besteht.

Was nur weiß, wer mal in einer solchen Karre gesessen hat: In Uber-Autos werden Bonbons und Wasser kostenlos angeboten.

Und mit dem Wort Diät haben wir es hier teilweise mit einem "Falschen Freund" in Serie zu tun. Die Diät, die ein Politiker bekommt, das Wort kommt auf Deutsch dann im Plural vor, die Diäten, heißt auf Französisch indemnité parlementaire. Die deutsche Diät, die Abspecken zum Ziel hat, wird im Nachbarland un régime alimentaire genannt. Das politische Regime bleibt le régime politique. Und um die Verwirrung komplett zu machen, heißt Diätetik auf der anderen Rheinseite la diététique.

Falsche Freunde, faux amis, false friends: Begriffe, die wir zu glauben kennen, die aber in der jeweils anderen Sprache anders verwendet werden.

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Foto: C.E. (Archiv)

Mittwoch, 30. August 2017

Renditebau

Grußformel: Bonjour, hello, guten Tag. Wer spricht: Spracharbeiterin. Was? Fran­zö­sisch, Deutsch, Englisch (passiv). Wo: Dort, wo mei­ne Kunden mich brau­chen.

Manche Texte hier kommen kaum über die Konzeptform hinaus. Vor allem dann, wenn die Zeit knapp ist. Mein Blog = Ort des Nachdenkens über Sprache.

Aus der Baugeschichte, Stichwort Paris, Baron Haussmann, kenne ich das Wort mai­son de rap­port oder immeuble de rapport für Mietshaus. Auf Französisch steht allerdings der "Ertrag" etwas mehr im Vordergrund, ein My mehr als im Deutschen ([myː], altgriechisches Neutrum μῦ für Millionstel). Und dieses Haus, la maison, oder das Gebäude, l'immeuble, ist eher ein kühler Bau, aufs Wesentliche re­du­ziert. Ich fand "Renditebau" und war's zufrieden.

Hausfassade mit Balkon.
"Gläsernes Haus"
Dumm nur, dass neu­lich je­mand, der es ganz genau zu wissen meinte, aus maison de rapport ein Bordell gemacht hat ... wegen der Nähe zu rap­ports sexuels, wie die Begegnungen der Ge­schlech­ter auch genannt werden.
Es war auf einer in­ter­na­tio­na­len Konferenz. Mehr sag ich nicht, keine Zeit, das hier ist nur das Konzept eines Blog­ein­trags.

Und eher lustig denn traurig, dass mir dieser Fehler schon zum zweitem Mal be­geg­net ist: klick.

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Foto: C.E. (Filmstudio Babelsberg)

Montag, 28. August 2017

Stereotypen

Bienvenue! Absichtlich oder zufällig blättern Sie in meinem digitalen Arbeits­jour­nal. Hier berichte ich aus dem Alltag meiner Beschäftigung mit Sprachen. Ich dol­metsche aus dem Französischen und Englischen sowie in die französische Sprache.

Eine alte Dame aus der Nachbarschaft hat mich neulich zu sich reingebeten. Wir haben ein Nick-Grußver­hältnis, ich kannte ihren Namen nicht. Wir kamen zeit­gleich vom Markt zurück, und für den Folgetag war ich dann prompt zum Kaf­fee ver­ab­re­det. Ich brachte Blumen mit. Sie müsse mir etwas zeigen, hatte sie noch gesagt.

Woher sie weiß, dass ich mit Sprachen arbeite, weiß ich nicht. Als ich ankam, war der Tisch mit weißem Damast gedeckt, und eine Vase stand schon bereit. Neben dem einen Kuchenteller lag ein Stapel Bücher: fremdsprachige Werke, Sprach­kur­se und Reclam-Heftchen. Die Bücher seien von ihrem Gatten, sagt sie, und dass ich mitnehmen dürfe, was ich möchte. Der Nachmittag war über die Bücher hinaus auch spannend.

Der Englischsprachkurs liest sich wie ein Sitten­gemälde. Mir fielen vor allem das unironisch vorgetragene Geschlechterverhältnis auf. Eher einseitig, diese Ste­re­o­­typen; heute nicht mehr politisch korrekt. Naja, heute werden Fuß­ball­spiele ja auch nicht mehr monoral übertragen.

– Robert! – Yes, darling. – Must you listen that match? – Yes, I must, because I have ... – No, you needn't. Turn it off. – But it's interesting, isn't it? – No, it is not. Not for us. We are women.

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Illustration: TR-Verlagsunion, Name des Ur-
hebers nicht genannt, grafisch aufgearbeitet

Sonntag, 27. August 2017

Kundenvielfalt

Hallo, hier bloggt ei­ne Sprach­ar­bei­te­rin. Ich über­set­ze und dol­met­sche. Ar­beits­spra­chen: Fran­zö­sisch (aktiv und passiv) und Englisch (nur Aus­gangs­spra­che). Mein Beruf ist einer der spannendsten der Welt, denn ich habe mit allen Ge­sell­schafts­schich­ten zu tun. Sonntagsbild!
 
Es ist unser vornehmster Auftrag, allen Menschen, die unsere Hilfe brauchen, sprach­lich beizustehen. Mit anderen Worten: Dolmetscher haben eine große Kun­den­viel­falt. Wir dol­met­schen für sehr unterschiedliche Kreise.

Kunde ohne blauem oder weißem Kragen
Dabei haben auch wir Grundsätze: Nie für Extremisten, alle müssen mit den Füßen auf dem Boden des Grund­ge­set­zes und der Menschenrechte stehen. Wobei ich mir bei einigen obersten Fi­nanz­"tech­ni­kern", die dafür sor­gen, dass ganz be­stimm­te Grup­pen ihre Steuern nicht mehr zahlen, son­dern ihre "Pflich­ten" auf exo­ti­sche In­seln ver­lagern, nicht sicher bin, ob diese wirklich auf dem Boden der Ver­fas­sung ste­hen. (Ich bin froh, dass diese "Tech­niker" nie unsere Dienst­leis­tun­gen nachge­fragt haben. Ich weiß nicht, ob ich für diese arbeiten würde.)
Bei anderen Dolmetschinteressenten weiß ich definitiv, dass sie von den Diensten be­­ob­­ach­tet wer­den.

Das ficht mich aber nicht an. Denn dabei handelt es sich um Vertreter der Zi­vil­ge­sell­schaft und gewählte Volks­ver­treter, z.B. das Bündnis "Aufstehen gegen Ras­sis­mus" (AgR), das Vertreter einer Re­gie­rungs­par­tei unterstützen, darunter Manuela Schwesig (SPD) sowie Vertreter der parlamentarischen Opposition wie Cem Öz­de­mir (Grüne).

Ich dekons­pi­riere hier, spreche die Lage offen an. So habe ich es als kritische West­ju­gend­li­che in der DDR ge­lernt. Hier habe ich keine Geheimnisse. Wir Dol­met­scher sind für die Verständigung ausgebildet und arbeiten, sofern alles rech­tens ist und der Demokratie dient.

Noch eine Gruppe, die mich nie angefragt hat, sind offizielle Stellen, die unlängst dadurch aufgefallen sind, dass sie gewisse Ermittlungsinformationen, die er­wie­sene, militante Staatsfeinde angehen, 120 Jahre unter Verschluss halten möchten (nicht nur der SPIEGEL berichtete).

Die Kundenvielfalt ist positiv. Einmal habe ich mit Streetworkern aus dem Pariser Vorort zwei Nächte lang in Neukölln obdachlose Jugendliche aufgesucht, ein an­de­res Mal mit belgischen Sozialarbeitern ein Haus der Treber­hilfe besichtigt. Wir Dol­­met­­scher leihen unsere Stimmen auch Menschen auf Konfe­renzen, die von Ge­flüch­te­ten selbst organisiert werden. Oder aber wir kommen im Rahmen von Aus­stiegs­pro­gram­men junger Drogenabhängiger zum Einsatz.

Nicht immer werden wir hier für unsere Arbeit bezahlt. Mancher Veranstalter kann auch ohne große Finanzierung für seinen Kongress, sein Seminar oder Panel au­ßer­halb der Hauptsaison mit ehrenamtlichen Spracharbeitern rechnen, wenn der Ta­gungs­zweck dem politischen und sozialen Diskurs der Zivilgesellschaft dient. Manch­mal be­kom­men wir nur Reisekosten und Spesen ge­zahlt.

Diese Einsätze folgen einer vierfachen Logik. Erstens hat die Allgemeinheit die Hochschulen finanziert, an denen wir studiert haben. Wir geben also zurück. Dann kann es nicht schaden, in der langen Sommerpause mal ein wenig die Neu­ro­nen durchschütteln zu gehen. Der Nachwuchs erwirbt sich Routine; wir Erfahreneren bauen eine weitere Sprache auf. Und schließlich dient auch jeder noch so kleine Einsatz der Fortbildung.

So konnte passieren, dass ich einst nach besagtem Job mit obdachlosen Ju­gend­li­chen zu Beginn einer Woche gegen Ende der nämlichen Woche im Kanzleramt zum gleichen Thema für Abgeordnete, Staatssekretäre und Minister ge­dol­metscht ha­be. In der Kaf­fee­pau­se bestätigte sich meine Befürchtung: Ich war die Einzige mit (auch noch so winziger) "Terrainkenntnis".

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Foto: C.E.

Samstag, 26. August 2017

Rechtsstaat

Was eine Fran­zö­sisch­dol­met­sche­rin so alles er­lebt, können Sie hier mit­le­sen. Ich ar­bei­te mit den Sprachen Französisch und Englisch. Meine Fachgebiete sind Politik und Wirtschaft, Medien/Kino, Kultur, Soziales, Ökologie und Architektur mit dem Schwerpunkt Innenarchitektur. Der Samstag gehört (leider in letzter Zeit immer weniger*) dem Link der Woche.

Frau mit Rokokomaske
Im Jardin du Luxembourg
Mein aktueller Lesetipp: Heribert Prantl in der Süd­deut­schen Zeitung. Kernsatz: "Der Terrorismus hat das rechtsstaatliche Denken besetzt.


* ... es gibt einfach zu viel derzeit, das auf den Nägeln brennt.
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Foto: C.E. (Archiv)

Freitag, 25. August 2017

Die Perle

Guten Tag oder guten Abend! Sie sind mit­ten in ein Ar­beits­ta­ge­buch hinein­ge­ra­ten, in dem sich al­les um Spra­che, Dol­met­schen, Über­setzen und Kult­uren dreht. Als frei­be­ruf­li­che Sprach­mitt­lerin ar­bei­te ich in Pa­ris, Berlin, Versailles, Potsdam und dort, wo man mich braucht. Heute wieder: Blick auf den Schreibtisch und Nachdenken über Wörter.

Eine Nachwuchskollegin funkt mich an: Hättest Du Zeit, mal kurz drauf­zu­schau­en? Kann ich schreiben "Für 50 Euro mehr wäre noch ein externes Lesen mit­drin­ne (vier-Augen-Prinzip)?"

Ich schlage vor: "Für zusätzliche 60 Euro wäre ein externes Korrektorat [re­lec­tu­res] inbegriffen (Vier-Augen-Prinzip)." Und ergänze: Bei mit Bindestrich "durch­ge­kop­pel­ten" Nomen gelten alle Bestandteile als ein langes Substantiv, daher wird gleich das erste Wort schon groß geschrieben. Und wo ich schon mal dabei bin: Bitte nie "mitin­begriffen" sagen. Das ist "doppelt gemoppelt", ein Pleonas­mus, umgangs­sprachlich und falsch.

Aus der eigenen Werkstatt
Sie antwortet: Merci, tu es vraiment une perle, je vais lui écrire ça. Sie greift meine Vorschläge auf, bedankt sich, nennt mich eine Per­le.

Moment mal! Auf Deutsch höre ich den Satz so: "Sie ist wirk­lich eine Perle!", sagt die eine Frau zur andren auf dem Spiel- oder Golfplatz. "Vielen Dank, dass Sie uns diese Putz­frau empfohlen haben!"

Die Übersetzer­kollegin darauf: Oui, une perle, c'est quelqu'un de précieux, parce que c'est quelqu'un qui peut donner des choses précieuses : par exemple une com­pé­tence sûre, ou la confiance, etc. (Eine Perle ist jemand, der sehr wertvoll ist, der Wertvolles weitergibt, sicheres Fachwissen, Vertrauen schenkt usw.)

Auf Deutsch ist die Perle eben mehr die "gute Fee" im Sinne von "gute Putzfee". Kann auch eine Haushälterin sein, also jemand, der für den ganzen Haushalt da ist. (Und hier: Bislang ein Frauenberuf. Der "Haushälter" sitzt im Finanz­ausschuss einer Regierung.)

Wir haben es bei der Perle um ein Lehnwort und eine leichte Wort­feld­ver­schie­bung zu tun. Die "Putzfee" gibt es auf Französisch übrigens auch, la fée du logis (wörtlich rückübersetzt die Haus­fee oder die Heim­fee).

Linktipp
Weiter mit dem Wortfeld: Die Perlenkettentussi (PKT)

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Foto: C.E.

Donnerstag, 24. August 2017

Straßenverkehrsordnung

Hier bloggt eine Übers­et­zerin und Dol­met­sche­rin. Fran­zö­sisch und Englisch sind meine Arbeitssprachen. Meine Fachgebiete sind Politik und Wirtschaft, Me­dien und Kino, Kultur, Soziales, Ökologie und Architektur mit dem Schwerpunkt In­nen­ar­chi­tek­tur. Hier einmal Mitlauschen am Telefon. Leider authentisch.

Money talks
Potentieller Kunde (PK, mit Schnapp­at­mung): Wie kom­men Sie eigentlich zu diesen Prei­sen? Mein Schwa­ger hat mir die Webseite für 150 € übersetzt. Mit all den Un­ter­sei­ten!
Ich: Ach, ist Ihr Schwager Über­setzer? Warum übersetzt er dann nicht auch ihren On­line-Ka­ta­log?
PK: Nein, mein Schwager ist Klempner.

Ich: Aha.
PK: Aber er hat lange in Frankreich gelebt und sein Vater war Franzose.
Ich: Und wie kam die Website  auf Französisch so an?
PK: Naja, wir haben nachträglich schon sehr viel ändern müssen. Die Kunden ha­ben uns darauf hingewiesen. Deshalb rufe ich Sie ja auch auch heute an.
Ich: Sehen Sie, das habe ich gemeint. Nicht jeder, der die StVO kennt, ist au­to­ma­tisch Taxi-, Bus- oder gar Rennfahrer.

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Foto: Archiv

Mittwoch, 23. August 2017

Living in oblivion

Zuällig oder geplant, Sie lesen jetzt einen Blogtext. Als Dolmetscherin und Übersetzerin arbeite ich mit der französischen und der englischen Sprache. Ich arbeite in Paris, Berlin, Toulouse, Hamburg, München, Marseille, Wien, Brüssel ... und zuhause.

Living in oblivion hieß vor über 20 Jahren mal ein Berlinalefilm, wörtlich: "das Leben in Vergessenheit", über Dreharbeiten, die auf hohem Niveau scheitern. Schönes Scheitern kenne ich.

Ich wohne im Altbau. Die Wohnungen haben stellenweise sehr dünne Wände. Das Büro liegt in der Wohnung. In den wärmeren Jahreszeiten arbeite ich oft mit geöffneter Balkontür und höre das Treiben draußen, das Café unten im Nachbarhaus, den Markt und seine Straßenmusiker. Das ist schön in Phasen, in denen ich die Kollegen allenfalls mittags in der Pause sehe.

Sonst gibt es derzeit zwei zauberhafte Momente bei mir zuhause. Wenn ich abends noch im Arbeitszimmer sitze und der Nachbar eine Schallplatte auflegt, um ein Gitarrenstück von Astor Piazzolla anzuhören. Er hört es jeden Abend, weil er es anschließend übt.

Der zweite zauberhafte Moment ist der, in dem er mit dem Üben aufhört.

Ich weiß, das heißt nicht mehr Schallplatte. Das ist auch kein Piazzolla da in der Wohnung neben mir. (Noch nicht.)



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Musik: Guitar Duo KM, "Oblivion", A. Piazzolla

Montag, 21. August 2017

Letztlich

Was eine Französischdolmetscherin so alles erlebt, können Sie hier mitlesen. Ich arbeite mit den Sprachen Französisch und Englisch. Meine Fachgebiete sind Politik und Wirtschaft, Medien/Kino, Kultur, Soziales, Ökologie und Architektur mit dem Schwerpunkt Innenarchitektur.

Auf Flohmärkten kaufe ich gerne alte Büroobjekte, besondere historische Fo­to­gra­fien (huch, was für eine Überraschung für jene, die hier die letzten Wochen be­ob­ach­tet haben). Auch alte Schul- oder Notizhefte lassen mein Herz höher schla­gen — und werden letztlich auch genutzt. Es ist immer wieder über­ra­schend, wie groß das Angebot an alten Schreibwaren da draußen ist.

Gestern fand ich ein Heft, das vollständig leer ist, amerikanisches Format ... beim Blättern zuhause war dann doch eine Seite beschrieben. Eine To-Do-Liste mit dem unten ab­ge­bil­de­ten Résumé.

"Am Ende des Tages" höre ich auf Deutsch immer öfter. Es ist aber "schließlich", "letztlich" oder "in letzter Konsequenz" gemeint. "Letzten Endes" sei eine (falsche) Tautologie, meint Kollegin Rachel. Ich will ihr glauben.

I need to start thinking in terms of how I want to feel at the end of the day -> that means putting my time to productive use

Sonntag, 20. August 2017

Loulou

Guten Tag oder guten Abend! Sie sind mit­ten in ein Ar­beits­ta­ge­buch hinein­ge­ra­ten, in dem sich al­les um Spra­che, Dol­met­schen, Über­setzen und Kult­uren dreht. Als frei­be­ruf­li­che Sprach­mitt­lerin ar­bei­te ich in Pa­ris, Berlin, Toulouse, Frankfurt und dort, wo man mich braucht. Neulich war das in Paris.

Julie-Lou Dubreuilh von den Stadtschäfern des Vereins Clinamen
Ahnungslos sitze ich in der dritten Reihe. Noch ist alles Routine. In der ersten Rei­he: Die Interviewte, ab und zu gesellt sich ein Schaf zu ihr, das sie krault. Nicht weit von ihr entfernt steht der Tonmann, der ihre Stim­me mit der Angel ein­fängt.

Es geht um Urban farming, Tierhaltung und bäuerliche Landwirtschaft im Stadt­raum.

In Reihe zwei, es ist zugleich die Mitte unserer Interviewanordnung, sitzen Kame­ra­mann und Regisseur. Hier liegt auch mein Notizenblatt mit Fragen in Roh­über­set­zung.

Loulou and I
In der dritten Reihe bin dann ich. Ahnungslos. Schrei­­be mir Wör­ter auf, ver­dol­met­sche Teile eines In­ter­views für Arte. Plötzlich schaut mich die In­ter­view­te direkt an und kom­men­tiert trocken, was sie sieht: "Gleich frisst dir ein Schaf die Haare vom Kopf."
Es ist Loulou, die sich wenig später in Pose wirft zum Sel­fie mit Schaf. Dann läuft sie um mich herum, lacht keck in die Kamera.

Kurz darauf haben wir losgeprustet
Dann steht sie hinter dem Ka­me­ra­mann, zögert kurz, springt zwischen die ersten Reihen, landet mitten auf dem runden Faltreflektor, der am Boden liegt, um das Kon­ter­fei der Ge­sprächs­part­ne­rin zu erhellen, dann weiter. (Der Reflektor ist unbeschädigt.)


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Fotos: C.E.

Samstag, 19. August 2017

Aussichten

Hallo, bon­jour, welcome! Hier bloggt eine Dol­met­scher­in und Über­set­zerin aus Pa­ris, Ber­lin und von dort, wo Sie mich brau­chen. Es ist Samstag und es folgen zwei besondere Links.

Fraktur oder Latein?
Das Wort "Klimawandel" taucht derzeit im Wahl­kampf nicht auf. Welche Worte hoch im Kurs der Parteien liegen, hat "Die Welt" untersucht: Wolkige Aussichten (Autor: Thorsten Mumme).

Zweisprachige machen oft un­ter­schied­li­che Erfahrungen mit dem Faktor Zeit, je nachdem, welches Zeitkonzept die Idiome so mit sich bringen: Link zum Artikel erschienen schon im Mai in The In­de­pen­dent (Olivia Blair).



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Illustration: Archiv