Donnerstag, 8. August 2013

Besonderer Service ...

Hallo! Ab­sicht­lich oder zu­fäl­lig sind Sie auf den Sei­ten ei­ner Dol­met­scher­in und Über­setzerin für die fran­zö­si­sche Spra­che ge­lan­det (und aus dem Englischen). Hier schreibe ich in loser Folge (derzeit dreimal wöchentlich) über meinen sprach­be­ton­ten Alltag in Hamburg, Marseille, Paris, Berlin und dort, wo es was zu tun gibt. Wie Sie mich buchen können, steht rechts.

Drehbuchsoftware ist eine teure Sache, und nicht jeder Übersetzer hat sie. Bei uns verfügt das Kernteam über gekaufte Lizenzen, aber die Korrekturleserinnen eher nicht (die Lizenzen sind ja auch recht teuer). Was tun? Wir stehen regelmäßig vor Export- und For­mat­problemen. Ich schreibe ebenso regelmäßig darüber.

Neulich erst musste ich erst mir, dann den anderen erklären, wie sich eine Final Draft-Datei so umprogrammieren und das Textformat so ändern lässt, dass we­nigs­tens mit den Tabulatoren das Zeilenlayout erhalten bleibt. (Da diese Aufgabe nur gefühlte fünf Mal im Jahr anfällt, muss ich immer erst suchen. Das Ergebnis steht hier, das Wesentliche im Post Scriptum.)

Vier Tage später meldete sich eine zerknirschte Sekretärin bei mir. Sie arbeitet für die Filmproduktionsfirma. Die Chose sei gründlich daneben gegangen, das sei wohl alles zu kompliziert, die Autorin, sehr bekannt, preisbeladen, eine sichere Adresse bei Filmförderungen, habe kapituliert.

Und wir bekamen etwas zugesandt, das etwa so aussieht (ich habe meinen Text von neulich zu­grun­de gelegt):
Wir sehen: Alle Formatierungen bis auf Groß- und Kleinschreibung sind perdü. Was tun? Ich habe zwei Lösungen. Ich habe zunächst den zugeschickten Drehbuchtext fotografiert und das Bild post­wen­dend retourniert mit der Frage, ob wir ihn wirk­lich so, in dieser Form über­tra­gen sollen. Die Mail mit dem "Ja" kam schnell. Sie war eindeutig und schützt uns jetzt davor, dass wir am Ende die Formatierung wieder "bauen" müssen. Denn lei­der geht das beim Re-Import in die Dreh­buch­soft­ware nicht automatisch.

Die zweite Lösung stellte sich einige Tage später ein. G., ein österreichisch-fran­zö­si­scher Freund und Vater von L., rief an und gab die neue Telefonnummer durch. Er ist gerade mit Frau und Kind aus Paris nach Berlin gezogen. Wir parlierten über dies und das, auch über die Arbeit, und als ich erzählte, für welche Be­rühmt­heit wir gerade ein Buch übersetzen, kam Gelächter und: "Sie ist die Patentante von L., wir haben erst Sonntag in Paris zusammen zu Mittag gegessen!"

Super! Bald kommt sie auch nach Berlin und vor dem nächsten déjeuner dominical kann ich ihr dann die Drehbuchsoftware erklären und einige Notizen zur Bedienung über­rei­chen, die ich mit screen shots ergänzt habe. Dafür werde ich ein neues kleines Drehbuchbeispiel texten, en français, bien sûr.

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Illustration: C.E.
(*) — Auflösung hier.
En rouge/Rot markiert sind Entsprechungen.
P.S.: Die Autorin kann natürlich auch ein
berühmter Autor bzw. Patenonkel sein.

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