Donnerstag, 25. Mai 2017

Weiterlernen

Bonjour und hallo! Hier lesen Sie regelmäßig Diverses aus der Dolmetscherkabine, vom Über­set­zer­schreib­tisch und aus der Welt der Idiome. Gerade geht es um Re­gen­wür­mer, Mil­ben, Spinnen, Bestandteile der Böden, chemische Prozesse. Der Schreibtisch war auf einer Konferenz bzw. unterwegs in diversen Betrieben.

Was für eine Woche! Die Gesamtheit meiner Chemie- und Physiklehrer würde sich wundern, der Biolehrer hat es immer schon gewusst: In mir steckt eine Na­tur­wis­sen­schaft­le­rin. (Mein Notenblatt in der Schule hat dermaleinst allerdings etwas anderes ausgesagt.)

Mit Gästen auf dem Tourismusschiff
Im Regierungsviertel
Nachdem wir im April mit den Jungbauern aus aller Welt zu tun hatten, dem #RuralFuture Lab, haben wir diesen Mai ei­ni­ge Tage mit Menschen aus aller Welt verbracht, die in diversen Ministerien, im Be­reich der Ausbildung, der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit mit Landwirtschaftsthemen zu tun haben. Im Zentrum der Arbeit steht der Acker und die Rehabiliterung von Böden.

Wir dolmetschen auf der Global soil week / #GSW17. Ich liebe dieses Thema, das viele naturwissenschaftliche Bereiche verbindet, weil es einmal mehr aufzeigt, was meiner Generation Hoimar von Ditfurt schon in den 1970-er Jahren bei­ge­bracht hat, wir haben es damals mit der Muttermilch aufgesogen, hatten viele Lehrer, die uns früh informiert haben: Alles hängt mit allem zusammen und ist endlich. "Die Grenzen des Wachstums", so der 1972 vom Club of Rome ver­öf­fent­lich­te Bericht, schwebten schon damals über unseren Köpfen.

Intensive Tage sind das. Ich hoffe auf eine ruhige Sommerpause, um hier noch In­hal­te nachzutragen. Ich merke zudem täglich, wie sehr ich ständig an in­ter­kul­tu­rel­len Kommunikationsformen weiterarbeiten muss. Ja, auch nach Jahrzehnten noch gibt es Fettnäpfchen, von denen ich keine Ahnung hatte. Zum Glück sind mei­ne Gegenüber ge­schult, nachsichtig und freundlich und geben einer ihrer zen­tra­len Informationsvermittlerinnen auch Informationen zurück. Genau das liebe ich an meinem Beruf: das ständige Weiterlernen! Auch wenn es manchmal be­deu­tet, dass ich bis elf Uhr abends noch pauken darf.

Zwischendurch gibt es sogar noch einen kleinen Tourismusanteil (auch zu dol­met­schen). Auch dafür vielen Dank an die Veranstalter. Beim Abendessen zuhause dann durch ös­ter­rei­chi­sche Freunde ein neues Wort kennengelernt: Den Ungustl (pl. Un­gus­tln). Das Wort, wobei gerne auch "das" Ungustl verwendet wird, bezeichnet ei­nen un­sym­pa­thi­schen Mann mit groben Manieren. Wir hatten es vom Prä­si­den­ten­(dar­stel­ler) der USA, und ja, irgendwie gewähltes Oberhaupt, aber wie!

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Foto: C.E.

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